ÜBER ersterweltkriegHEUTE

Willkommen bei ersterweltkriegheute.de! Du interessierst Dich für Geschichte und es gibt kaum eine History-Doku, die Du noch nicht angeschaut hast? Du liest Geschichtssachbücher und -magazine wie andere Leute Kriminalromane? Dann könnte Dir dieses Blog gefallen. Hier ist geplant, dass Du zwischen Juni 2014 und November 2018 jeden Tag einen Post über ein Ereignis aus dem Ersten Weltkrieg findest, das auf den Tag genau 100 Jahre her ist. ersterweltkriegheute.de soll ein kleiner Beitrag dazu sein, die Geschichte des Ersten Weltkriegs wach zu halten.

“Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.”

(George Santayana)

 

Wer steht hinter ersterweltkriegheute.de?

christina kuhrcke

Hi, ich bin Christina Kuhrcke, und ich schreibe auf diesem Blog über den Ersten Weltkrieg – dazu zähle ich den Zeitraum zwischen dem Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 und dem in Kraft treten des Waffenstillstandes am 11. November 1918. Ich bin approbierte Ärztin und arbeite als freie Journalistin, Analystin und Digital Storytellerin in Berlin: Mehr Infos zu meiner Arbeit gibt es auf meiner Profilwebsite christinakuhrcke.de. Da ich Geschichtsfan bin, war das Jahr 100 nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs für mich ein wichtiger Anlass, um mich mit diesem Thema ganz genau zu beschäftigen und meine Ergebnisse mit anderen Interessierten zu teilen. Seit dem 28. Juni 2014 recherchiere ich deswegen jeden Tag ein Ereignis oder eine Schlagzeile aus dem Ersten Weltkrieg, die mit dem jeweils gleichen Datum vor 100 Jahren in Verbindung steht, und schreibe auf ersterweltkriegheute.de darüber. Im Ersten Weltkrieg ist viel passiert, daher ist das hier natürlich keine vollständige Abbildung der Ereignisse jedes Kriegstages, sondern meine persönliche Auswahl. Neugierig geworden? Dann hoffe ich, Du findest auf diesem Blog viele spannende Beiträge. Hier noch eine kurze Einleitung zum Thema und ansonsten wünsche ich Allen viel Spaß mit den täglichen Posts!

“Die Vergangenheit zieht einen Schleiervorhang über die Dinge, der sie verschwommener und unklarer, aber auch geheimnisvoller und suggestiver macht. Eben hierin liegt der Hauptreiz aller Beschäftigung mit der Historie.”

(Egon Friedell)

Was war der Erste Weltkrieg?

Zwei Pistolenschüsse verletzten Erzherzog Franz Ferdinand, den fünfzigjährigen Thronfolger der k. u. k. Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, und seine Frau Sophie am 28. Juni 1914 tödlich. Fast jeder kennt die Geschichte vom Attentat auf den Erzherzog, das als Auslöser des Ersten Weltkriegs gilt. Tatort war die Rückbank eines Automobils auf dem Weg durch Sarajevo, der Hauptstadt derbseit 1908 erzwungenermaßen an Österreich-Ungarn angeschlossenen Gebiete von Bosnien-Herzegowina. Der erst neunzehnjährige Attentäter Gavrilo Princip gehörte zu einer revolutionären Gruppe von Schülern und Studenten, die für die Unabhängigkeit Bosnien-Herzegowinas kämpfte und für den offiziellen Besuch des Thronfolger-Ehepaares in Sarajevo einen Anschlag auf den späteren Namensvetter einer erfolgreichen britischen Alternative Rockband geplant hatte. Gavrilo Princips Gruppe wurde dabei vom serbisch-nationalistischen Geheimbund Schwarze Hand unterstützt. Er trug wie Franz Ferdinand von Österreich-Este einen Hipster-Schnurrbart, im Bohème-Stil seiner Untergrundbewegung –sonst hatte der Attentäter mit seinem Opfer eher wenig gemeinsam. Ein unglaublicher Zufall wollte es, dass Gavrilo Princip den Plan erfolgreich in die Tat umsetzen konnte. Das löste Ereignisse aus, die den Lauf der Geschichte für immer verändern würden. Das Attentat wirkte wie ein unglückliches Zittern, das eine Kette aus Dominosteinen zu Fall bringt – eine Kette, die durch die nimmersatten Großmächte Europas selbst entlang der eigenen politischen Nervenbahnen aufgebaut worden war.

Innerhalb von wenigen Wochen nach dem Attentat waren Ultimaten gestellt und die ohnehin schon seit vielen Jahren bestehende “Lass’ es endlich knallen”-Krisenstimmung verschärft. Der Erste Weltkrieg begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien. Kriegserklärungen wurden daraufhin mit einer Frequenz durch Europa versendet, als wären es Kettenbriefe. Zwei Machtbündnisse standen sich als Feinde gegenüber: Die Mittelmächte (Österreich-Ungarn und Deutsches Kaiserreich, später auch Bulgarien und das Osmanische Reich) und die Triple Entente (Russisches Kaiserreich, Frankreich und Großbritannien) zusammen mit ihren Aliierten (u.a. Serbien, Luxemburg, Portugal, Belgien, Australien, Kanada, Japan, Italien, Rumänien, Griechenland, Vereinigte Staaten von Amerika, China). Gekämpft wurde an Fronten im Osten, Westen und Süden Europas.

Man rechnete mit einem schnellen Ausgang des Krieges – einem reinigenden Gewitter, das schnell vorüberziehen würde. Aber entgegen aller Erwartungen der Beteiligten, sollte aus dem Gewitter ein Tsunami mit bisher unbekannten Zerstörungskräften werden, der Europa über vier Jahre überflutete. Diese Katastrophe forderte Millionen Todesopfer unter Soldaten und Zivilisten, provozierte politische Umstürze, erschütterte die Weltwirtschaft, hinterließ die Überlebenden oft körperlich und seelisch schwer versehrt und bereitete den Boden für die Katastrophe Zweiter Weltkrieg. Als 1918 “in der elften Stunde des elften Tages im elften Monat” der Waffenstillstand vereinbart wurde, hatte sich viel verändert – sowohl für die besiegten Mittelmächte als auch für viele der Siegernationen. Die Grenzen Europas wurden neu gezogen, Kolonialreiche zerfielen, und viele Monarchen mussten neuen Staatsformen weichen. Gavrilo Princip, der Attentäter von Sarajevo, wurde kurz nach seinem Anschlag 1914 festgenommen und verstarb noch vor Ende des Ersten Weltkriegs in Haft. “Unsere Geister schleichen durch Wien und raunen durch die Paläste und lassen die Herren erzittern” hatte er in seiner Zelle mit einem Löffelstiel in die Wand geritzt.