DAS ULTIMATUM AN SERBIEN: 7 ESSENTIAL FACTS

Textauszug aus dem österreichisch-ungarischen Ultimatum an Serbien – deutsche Übersetzung (Original in französischer Sprache)

Donnerstag, 23. Juli 1914 |

Die Würfel fallen: Österreich-Ungarn stellt das seit Wochen vorbereitete Ultimatum an Serbien. Innerhalb von 48 Stunden soll das Nachbarland alle darin enthaltenen Forderungen erfüllen, andernfalls droht die Doppelmonarchie mit Krieg. Was verlangt Österreich-Ungarn von Serbien? Die Antworten auf diese und sechs weitere essentielle Fragen über das berühmte Ultimatum an Serbien, das den Auftakt zum Ersten Weltkrieg darstellt, kommen hier:

1. Warum stellte Österreich-Ungarn im Juli 1914 so ernste Forderungen an sein Nachbarland Serbien?

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Attentat von Sarajevo – Zeichnung aus einer Österreichischen Zeitung von 1914

Am Vormittag des 28. Juni 1914 wurde der Thronfolger der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, Erzherzog Franz Ferdinand, gemeinsam mit seiner Frau vom 19-jährigen Revolutionär Gavrilo Princip während eines Staatsbesuchs auf offener Straße und bei strahlendem Sonnenschein in Sarajevo erschossen. Es gab Hinweise, dass die verantwortlichen Hintermänner für das Verbrechen in Serbien zu suchen waren und dort teilweise offizielle Staatsämter bekleideten. Zahlreiche führende Politiker in Wien – allen voran der k. u. k. Außenminister Berchtold – verstanden die Ermordung des Thronfolgers daher als eine offene Beleidigung ihres Landes durch das Nachbarland Serbien. Wenn die vom Zerfall bedrohte Vielvölkermonarchie Österreich-Ungarn auf diese Beleidigung nicht energisch antwortete, so der Gedankengang der österreichisch-ungarischen Kriegspartei um Außenminister Berchtold, unterzeichnete sie damit ihr eigenes Todesurteil.

2. Wann und wo genau wurde das Ultimatum an Serbien übergeben?

Am 23. Juli 1914, um kurz vor 18:00 Uhr wurde das österreichisch-ungarische Ultimatum im serbischen Außenministerium in Belgrad übergeben.

Der Ort an dem das Ultimatum am 23. Juli 1914 an Serbien übergeben wurde

Der Ort an dem das Ultimatum am 23. Juli 1914 an Serbien übergeben wurde.

3. Von welchen Beteiligten wurde das Ultimatum überbracht und in Empfang genommen?

Der Überbringer des Ultimatums an Serbien war der österreichisch-ungarische Botschafter in Belgrad: Baron Giesl von Gieslingen. Als Empfänger dieser heiklen Nachricht war eigentlich der serbische Premierminister Nikola Pašić vorgesehen. Der hatte sich aber – wohl in weiser Voraussicht über die bevorstehenden diplomatischen Schwierigkeiten mit Österreich-Ungarn – am Vortag aus Belgrad verabschiedet, und dem serbischen Finanzminister Dr. Lazar Paču aufgetragen, ihn während seiner Abwesenheit zu vertreten. Dementsprechend übergab Giesl die diplomatische Note, die Österreich-Ungarn für Serbien in französischer Sprache vorbereitet hatte, am späten Nachmittag des 23. Juli 1914 an Paču, in seiner Rolle als stellvertretender serbischer Regierungschef. Da Paču kein Französisch sprach, musste der Generalsekretär im serbischen Außenministerium während des Treffens als Dolmetscher aushelfen.

4. Von wem wurde das Ultimatum an Serbien verfasst?

Der Text für das Ultimatum an Serbien war vom österreichisch-ungarischen Ministerrat bei einer von k. u. k. Außenminister Berchtold einberufenen Sitzung am 19. Juli 1914 in Wien verfasst. Anwesend waren:

  • Graf Berchtold (Minister des k. u. k. Hauses und des Äußeren)
  • Graf Stürgkh (k. u. k. Ministerpräsident)
  • Graf Tisza (königlich ungarischer Ministerpräsident)
  • Dr. Ritter von Biliński (k. u. k. Finanzminister)
  • Ritter von Krobatin (k.u.k. Kriegsminister)
  • Freiherr von Conrad (k.u.k. Chef des Generalstabs)
  • Konteradmiral von KaiIer (Vertreter des k.u.k. Marinekommandanten)
  • Graf Hoyos (Legationsrat)

5. Wer wußte vor der Übergabe von Österreich-Ungarns Plan, Serbien ein Ultimatum zu stellen?

Die Vorbereitungen für das Ultimatum an Serbien wurden von Österreich-Ungarn, und den als Verbündete ins Vertrauen gezogenen Regierungsmitgliedern des Deutschen Kaiserreichs, als streng geheime Angelegenheit behandelt. Aufgrund der langen Vorbereitungszeit, den vielen eingeweihten Personen, und einem regen und nur teilweise gegen Abhörmaßnahmen anderer Staaten abgesicherten telegrafischen Austausch zur Planung, war das Ultimatum an Serbien am Tag seiner Überreichung zum “am schlechtesten gehüteten Geheimnis Europas”[1] geworden. Außer Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich wussten auch das Russische Kaiserreich, Frankreich, das British Empire und Italien über den groben Inhalt des Ultimatums Bescheid, auch wenn diese Außenstehenden den genauen Wortlaut noch nicht kannten.

6. Welche Forderungen stellte Österreich-Ungarn im Ultimatum an Serbien?

In seinem Ultimatum an Serbien vom 23. Juli 1914, gab Österreich-Ungarn dem Nachbarland genau zwei Tage (bis “Samstag, den 25. d. M., um 6 Uhr nachmittag”[2]) Zeit “ohne Verzug”[2] Maßnahmen durchzuführen, die sich maßgeblich in 12 Punkte zusammenfassen lassen.

I. EINHALTUNG DER VERTRAGLICHEN PFLICHTEN, DIE SERBIEN GEGENÜBER ÖSTERREICH-UNGARN EINGEGANGEN WAR

Der Text des Ultimatums, den der österreichisch-ungarische Botschafter Giesl am 23. Juli 1914 im serbischen Außenministerium in Belgrad an den stellvertretenden serbischen Regierungschef Paču übergab, begann mit einer Erinnerung an vertragliche Verpflichtungen, die Serbien fünf Jahre zuvor gegenüber Österreich-Ungarn eingegangen war – Verpflichtungen, die Serbien aus österreichisch-ungarischer Sicht gebrochen habe:

“Am 31. März 1909 hat der königlich serbische Gesandte am Wiener Hofe im Auftrage seiner Regierung der k. und k. Regierung folgende Erklärung abgegeben:

„Serbien anerkennt, daß es durch die in Bosnien geschaffene Tatsache in seinen Rechten nicht berührt wurde und daß es sich demgemäß den Entschließungen anpassen wird, welche die Mächte in Bezug auf den Artikel 25 des Berliner Vertrages [3] treffen werden. Indem Serbien den Ratschlägen der Großmächte Folge leistet, verpflichtet es sich, die Haltung des Protestes und des Widerstandes, die es hinsichtlich der Annexion seit dem vergangenen Oktober eingenommen hat, aufzugeben, und es verpflichtet sich ferner, die Richtung seiner gegenwärtigen Politik gegenüber Österreich-Ungarn zu ändern und künftighin mit diesem letzteren auf dem Fuße freundnachbarlicher Beziehungen zu leben.”

Die Geschichte der letzten Jahre nun, und insbesondere die schmerzlichen Ereignisse des 28. Juni haben das Vorhandensein einer subversiven Bewegung in Serbien erwiesen, deren Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie gewisse Teile ihres Gebietes loszutrennen. Diese Bewegung, die unter den Augen der serbischen Regierung entstand, hat in der Folge jenseits des Gebietes des Königreiches durch Akte des Terrorismus, durch eine Reihe von Attentaten und durch Morde Ausdruck gefunden.

Weit entfernt, die in der Erklärung vom 31. März 1909 enthaltenen formellen Verpflichtungen zu erfüllen, hat die k. serbische Regierung nichts getan, um diese Bewegung zu unterdrücken. Sie duldete das verbrecherische Treiben der verschiedenen, gegen die Monarchie gerichteten Vereine und Vereinigungen, die zügellose Sprache der Presse, die Verherrlichung der Urheber von Attentaten, die Teilnahme von Offizieren und Beamten an subversiven Umtrieben, sie duldete eine ungesunde Propaganda im öffentlichen Unterricht und duldete schließlich alle Manifestationen, welche die serbische Bevölkerung zum Hasse gegen die Monarchie und zur Verachtung ihrer Einrichtungen verleiten können.

Diese Duldung, der sich die k. serbische Regierung schuldig machte, hat noch in jenem Moment angedauert, in dem die Ereignisse des 28. Juni der ganzen Welt die grauenhaften Folgen solcher Duldung zeigten. Es erhellt aus den Aussagen und Geständnissen der verbrecherischen Urheber des Attentates vom 28. Juni, daß der Mord von Sarajevo in Belgrad ausgeheckt wurde, daß die Mörder die Waffen und Bomben, mit denen sie ausgestattet waren, von serbischen Offizieren und Beamten erhielten, die der »Narodna Odbrana« angehörten, und daß schließlich die Beförderung der Verbrecher und deren Waffen nach Bosnien von leitenden serbischen Grenzorganen veranstaltet und durchgeführt wurde. Die angeführten Ergebnisse der Untersuchung gestatten es der k. und k. Regierung nicht, noch länger die Haltung zuwartender Langmut zu beobachten, die sie durch Jahre jenen Treibereien gegenüber eingenommen hatte, die ihren Mittelpunkt in Belgrad haben und von da auf die Gebiete der Monarchie übertragen werden. Diese Ergebnisse legen der k. und k. Regierung vielmehr die Pflicht auf, Umtrieben ein Ende zu bereiten, die eine ständige Bedrohung für die Ruhe der Monarchie bilden.

Um diesen Zweck zu erreichen, sieht sich die k. und k. Regierung gezwungen, von der serbischen Regierung eine offizielle Versicherung zu verlangen, daß sie die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda verurteilt, das heißt die Gesamtheit der Bestrebungen, deren Endziel es ist, von der Monarchie Gebiete loszulösen, die ihr angehören, und daß sie sich verpflichtet, diese verbrecherische und terroristische Propaganda mit allen Mitteln zu unterdrücken.”[2]

II. VERÖFFENTLICHUNG EINER ERKLÄRUNG DURCH DIE SERBISCHE REGIERUNG

“Um diesen Verpflichtungen einen feierlichen Charakter zu geben,” verlangte Österreich-Ungarn in seinem Ultimatum vom 23. Juli 1914, dass Serbien drei Tage später “nachfolgende Erklärung” zu veröffentlichen habe:

„Die k. Serbische Regierung verurteilt die gegen Österreich-Ungarn gerichtete Propaganda, das heißt die Gesamtheit jener Bestrebungen, deren letztes Ziel es ist, von der österreichisch-ungarischen Monarchie Gebiete loszutrennen, die ihr angehören, und sie bedauert aufrichtigst die grauenhaften Folgen dieser verbrecherischen Handlungen. Die k. Serbische Regierung bedauert, daß serbische Offiziere und Beamte an der vorgenannten Propaganda teilgenommen und damit die freundnachbarlichen Beziehungen gefährdet haben, die zu pflegen sich die k. Regierung durch ihre Erklärung vom 31. März 1909 feierlichst verpflichtet hatte. Die k. Regierung, die jeden Gedanken oder jeden Versuch einer Einmischung in die Geschicke der Bewohner was immer für eines Teiles Österreich-Ungarns mißbilligt und zurückweist, erachtet es für ihre Pflicht, die Offiziere, Beamten und die gesamte Bevölkerung des Königreiches ganz ausdrücklich aufmerksam zu machen, daß sie künftighin mit äußerster Strenge gegen jene Personen vorgehen wird, die sich derartiger Handlungen schuldig machen sollten, Handlungen, denen vorzubeugen und die zu unterdrücken sie alle Anstrengungen machen wird.“ Diese Erklärung wird gleichzeitig zur Kenntnis der k. Armee durch einen Tagesbefehl Sr. M. des Königs gebracht und in dem offiziellen Organe der Armee veröffentlicht werden.”[2]

III. VERBOT ANTI-ÖSTERREICHISCHER PRESSE

Serbien hatte laut dem Ultimatum “jede Publikation zu unterdrücken, die zum Haß und zur Verachtung der Monarchie aufreizt, und deren allgemeine Tendenz gegen die territoriale Integrität der letzteren gerichtet ist”.[2]

IV. AUFLÖSUNG DER RADIKALEN SERBISCH-NATIONALISTISCHEN GRUPPE NARODNA ODBRANA

Österreich-Ungarn verlangte von Serbien “sofort mit der Auflösung des Vereines »Narodna Odbrana« vorzugehen, dessen gesamte Propagandamittel zu konfiszieren und in derselben Weise gegen die anderen Vereine und Vereinigungen in Serbien einzuschreiten, die sich mit der Propaganda gegen Österreich-Ungarn beschäftigen; die k. Regierung wird die nötigen Maßregeln treffen, damit die aufgelösten Vereine nicht etwa ihre Tätigkeit unter anderem Namen oder in anderer Form fortsetzen”.[2]

V. VERHINDERUNG ANTI-ÖSTERREICHISCHER ERZIEHUNG AN SERBISCHEN SCHULEN

Die serbische Regierung wurde dazu aufgefordert “ohne Verzug aus dem öffentlichen Unterricht in Serbien, sowohl was den Lehrkörper als auch die Lehrmittel betrifft, alles zu beseitigen, was dazu dient oder dienen könnte, die Propaganda gegen Österreich-Ungarn zu nähren.”[2]

VI. ENTLASSUNG ANTI-ÖSTERREICHISCH EINGESTELLTER OFFIZIERE

Serbien hatte “aus dem Militärdienst und der Verwaltung im allgemeinen alle Offiziere und Beamten zu entfernen, die der Propaganda gegen Österreich-Ungarn schuldig sind, und deren Namen unter Mitteilung des gegen sie vorliegenden Materials der k. Regierung bekanntzugeben sich die k. und k. Regierung vorbehält.”[2]

VII. EINBINDUNG VON ORGANEN DER K. U. K. REGIERUNG BEI DER KONTROLLE ANTI-ÖSTERREICHISCHER STRÖMUNGEN IN SERBIEN

Österreich-Ungarn forderte sein Nachbarland dazu auf “einzuwilligen, daß in Serbien Organe der k. und k. Regierung bei der Unterdrückung der gegen die territoriale Integrität der Monarchie gerichteten subversiven Bewegung mitwirken” dürften.[2]

VIII. STRAFRECHTLICHE VERFOLGUNG DER ATTENTÄTER VON SARAJEVO UNTER EINBEZIEHUNG VON K. U. K. DELEGIERTEN

Serbien hatte “eine gerichtliche Untersuchung gegen jene Teilnehmer des Komplotts vom 28. Juni einzuleiten, die sich auf serbischem Territorium befinden; von der k. und k. Regierung hierzu delegierte Organe” sollten “an den bezüglichen Erhebungen teilnehmen” dürfen.[2]

IX. VERHAFTUNG DER STAATSBEAMTEN TAKOSITSCH UND CIGANOVISCH

By Stefan Teodosic at sr.wikipedia [Public domain], from Wikimedia Commons

Der serbische Offizier Vojislav “Takositsch” (eigentlich Tankosić geschrieben) war führendes Mitglied der Untergrundorganisation Schwarze Hand und half laut der österreichisch-ungarischen Untersuchung zum Attentat von Sarajevo bei der Vorbereitung des Attentats von Sarajevo mit.

Konkret verlangte Österreich-Ungarn “mit aller Beschleunigung die Verhaftung des Majors Voija Takositsch und eines gewissen Milan Ciganovitsch, serbischen Staatsbeamten, vorzunehmen, welche durch die Ergebnisse der” von Österreich-Ungarn durchgeführten Untersuchung zum Attentat von Sarajevo“kompromittiert sind”.[2]

X. BEHÖRDLICH ZUGELASSENEN WAFFENSCHMUGEL UNTERBINDEN

Österreich-Ungarn erwartete von Serbien “durch wirksame Maßnahmen die Teilnahme der serbischen Behörden an dem Einschmuggeln von Waffen und Explosivkörpern über die Grenze zu verhindern”.[2]

XI. VERHAFTUNG DER GRENZBEAMTEN, DIE DEN ATTENTÄTERN VON SARAJEVO BEIM SERBISCH-BOSNISCHEN GRENZÜBERTRITT BEHILFLICH WAREN

“Jene Organe des Grenzdienstes von Schabatz und Losnitza, die den Urhebern des Verbrechens von Sarajevo bei dem Übertritt über die Grenze behilflich waren” waren laut der österreichisch-ungarischen Forderungen vom 23. Juli 1914 “aus dem Dienste zu entlassen und strenge zu bestrafen”.[2]

XII. ENTSCHULDIGUNG FÜR ANTI-ÖSTERREICHISCHE ÄUSSERUNGEN SERBISCHER FUNKTIONÄRE NACH DEM ATTENTAT VON SARAJEVO

Serbien wurde dazu aufgefordert “der k. und k. Regierung Aufklärungen zu geben über die nicht zu rechtfertigenden Äußerungen hoher serbischer Funktionäre in Serbien und im Auslande, die, ihrer offiziellen Stellung ungeachtet, nicht gezögert haben, sich nach dem Attentat am 28. Juni in Interviews in feindlicher Weise gegen Österreich-Ungarn auszusprechen.”[2]

7. Welche Bedeutung hatte das österreichisch-ungarische Ultimatum an Serbien vom 23. Juli 1914?

Die acht Repräsentanten des österreichisch-ungarischen Ministerrats, die das Ultimatum an Serbien verfasst hatten, nahmen bewusst in Kauf, dass Serbien den harten Forderungen vermutlich nicht nachkommen können würde, da die Bedingungen des Ultimatums für einen souveränen Staat praktisch nicht annehmbar waren. Österreich-Ungarn wollte damit sicherstellen, dass es einerseits zum Krieg mit Serbien kam, womit die Doppelmonarchie hoffte ihre seit vielen Jahren bestehenden Probleme auf dem Balkan ein und für alle Mal zu lösen und das eigene Fortbestehen als Vielvölkerstaat zu sichern. Andererseits wollte Österreich-Ungarn durch das vorhersehbare Scheitern Serbiens bei der Erfüllung der Forderungen im Ultimatum vom 23. Juli 1914 der internationalen Staatengemeinde zeigen, dass die Schuld am Ausbruch dieses Krieges allein bei Serbien lag. Die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts, vor allem aufgrund der Interessen des Russischen Kaiserreichs auf dem Balkan, wurde dabei von den verantwortlichen Politikern in Österreich-Ungarn und im verbündeten Deutschen Kaiserreich weitgehend unterschätzt. Der stellvertretende serbische Regierungschef Paču, der das Ultimatum von Baron Giesl im serbischen Außenministerium am späten Nachmittag des 23. Juli 1914 in Empfang genommen hatte, sorgte dafür, dass das russische Außenministerium noch am selben Abend vom “absolut inakzeptablen Ultimatum”[4] erfuhr, das Österreich-Ungarn an Serbien übergeben hatte.

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FUSSNOTEN:
[1] McMEEKIN, SEAN: Juli 1914, S. 225; Europa Verlag GmbH & Co. KG, Berlin - München, 2014
[2] ÖSTERREICHISCHES STAATSARCHIV: Schreiben des k.u.k. Außenministers Berchtold an den österreichisch-ungarischen Gesandten in Belgrad, Wladimir von Giese, mit dem Textentwurf der am 23.7.1914 an die serbische Regierung zu übergebenden befristeten Demarche („Ultimatum“); deutsche Übersetzung.
[3] Artikel 25 des Berliner Vertrages von 1878 ermächtigte die österreichisch-ungarische Monarchie dazu, Bosnien Herzegowina unbefristet zu besetzen.  
[4] McMEEKIN, SEAN: Juli 1914, S. 227; Europa Verlag GmbH & Co. KG, Berlin - München, 2014


QUELLEN:
ÖSTERREICHISCHES STAATSARCHIV: Schreiben des k.u.k. Außenministers Berchtold an den österreichisch-ungarischen Gesandten in Belgrad, Wladimir von Giesl, mit dem Textentwurf der am 23.7.1914 an die serbische Regierung zu übergebenden befristeten Demarche („Ultimatum“); deutsche Übersetzung. URL [http://wk1.staatsarchiv.at/diplomatie-zwischen-krieg-und-frieden/oesterreich-ungarns-ultimatum-an-serbien-1914/#/?a=artefactgroup8]. Stand 22.07.1914
UNGARISCHES INSTITUT: Ultimatum an Serbien. URL [http://www.forost.ungarisches-institut.de/pdf/19140722-1.pdf]. Stand 22.07.1914
WIKIPEDIA.ORG: Okkupationsfeldzug in Bosnien. URL [http://de.wikipedia.org/wiki/Okkupationsfeldzug_in_Bosnien]. Stand 22.07.1914
McMEEKIN, SEAN: Juli 1914; Europa Verlag GmbH & Co. KG, Berlin - München, 2014

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BILDARCHIV AUSTRIA: "Giesl", "Kailer"

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