BETHMANN-HOLLWEGS SEPTEMBERPROGRAMM

Presse im Deutschen Kaiserreich: Eine Ausgabe der Frankfurter Zeitung vom 09. September 1914.

Mittwoch, 09. September 1914 |

Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg gibt die Kriegsziele der Reichsleitung wieder. Kernaussage seines Septemberprogramms ist die …

„Sicherung des Deutschen Reiches nach West und Ost auf erdenkliche Zeit. Zu diesem Zweck muss Frankreich so geschwächt werden, dass es als Großmacht nicht neu erstehen kann, Russland von der deutschen Grenze nach Möglichkeit abgedrängt und seine Herrschaft über die nichtrussischen Vasallenvölker gebrochen werden.“

Ein wichtiges Stichwort für die historische Bewertung des Septemberprogramms ist neben anderen Quellen die sogenannte Fischer-Kontroverse – benannt nach dem deutschen Historiker Fritz Fischer (Jahrgang 1908), der die Bedeutung des Programms folgendermaßen zusammenfasste:

„Das Septemberprogramm, der Aufriss dieser Weltmachtstellung, war der Rahmen, in den die Steine der Garantien und Sicherungen eingepresst wurden, je nach Kriegslage, Siegeshoffnung oder Niederlagenschmerz. Es war nicht das sklavisch zu verfolgende Ziel, aber in ihm war der Anspruch und die Dynamik des Deutschen Reiches erfasst wie in einem Brennspiegel: konturiert, verständlich, Alternative zu Zielen enger Herrschaft, Antrieb gegen defätistisches Status-quo-Denken. Trotz aller Krisen blieb das Septemberprogramm ein treues Spiegelbild der Bestrebungen der geopolitischen Zentralmacht Europas.“ 

 

QUELLEN: 
WIKIPEDIA.ORG, FRITZ FISCHER: WELTMACHT ODER NIEDERGANG. DEUTSCHLAND IM ERSTEN WELTKRIEG.
BILDNACHWEIS(E):
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG (TITELSEITE VOM 09.09.1914)

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